Pflanzwettbewerb
„Wir tun was für Bienen!“
Bepflanzte Fläche: 268.660 m²

Die 9,5 ha große Festung Königstein in der Sächsischen Schweiz hat nicht nur eine militärische Vergangenheit. Die auf dem Felsplateau lebenden Soldatenfamilien bewirtschafteten einst jede mögliche Fläche und terrassierten sogar felsige Löcher bei den Kasematten. Es gab Gärten, Landwirtschaft und Nutztiere. Die Festungsbewohner versorgten sich autark und nutzten selbst die unter militärischen Gesichtspunkten erfolgte Begrünung als Rückzugsort abseits des Alltagstrubels. Im 19. Jahrhundert gab es auf einem Batteriewall sogar einen Weinberg. Auch der kleine Wald innerhalb der Befestigung ist eine Besonderheit und diente nicht nur im Belagerungsfall als Holzreserve. Ein artenreicher und altersgemischter Baumbestand schützte den felsigen und windigen Standort. Wichtig war der Wald auch als Bezugsquelle für Heil- und Würzkräuter.

Heute gehört die Festung Königstein mit jährlich mehr als 400.000 Gästen aus der ganzen Welt zu den beliebtesten Ausflugszielen in Sachsen. Mit diesen Besuchern teilen sich seit einigen Jahren auch Bienen das Terrain. Von Mai bis August sind hier zwei Bienenvölker zu Gast, für die in diesem Sommer der Tisch besonders abwechslungsreich gedeckt sein wird.

Die Festungsgärtner begleiten bis heute ein besonderes Amt auf dem Königstein. Mit großem Engagement sorgen sie dafür, dass die großflächigen Grünanlagen das ganze Jahr über ein Hingucker für die Besucher sind. Und im Sommer freuen sich die Bienen über die farbenfrohe Blütenpracht. Zum 1. Königsteiner Frühlingserwachen wurden bereits im vergangenen Herbst 6000 Tulpen und 1500 Krokusse, Hunderte Hyazinthen, Stiefmütterchen und Vergissmeinnicht sowie Sträucher und Gehölze wie Winterjasmin, Schneeball und Zaubernuss auf dem gesamten Tafelberg in die Erde gebracht.

Einige Wiesenflächen auf dem Festungsplateau werden inzwischen wieder naturnah bewirtschaftet, indem Ziegen und Schafe als nachhaltige Landschaftspfleger agieren.

Schritte 1
April 2024: Vorbereitung einer ca. 60 m² großen Grünfläche, von der die Grasnarbe mit einem Bagger entfernt wird, damit das Saatgut ausgebracht werden kann

Schritt 2
Ende April 2024: Aussaat von ca. 60 insektenfreundlichen Blumen- bzw. Staudenarten (beispielsweise Rudbeckia, Margerite, Malve, Zinnie, Glockenblume, Habichtskraut, Bärenohr, Johanniskraut, Studentenblume, Kokardenblume), womit die Artenvielfalt auf der Bergfestung weiterentwickelt wird, die wiederum die Honigherstellung der Festungsbienen sichern soll

Schritt 3
Nachhaltiges Wassermanagement: Befeuchten der Fläche mit Wasser, das bei den täglichen Schauvorführungen aus dem 152,5 m tiefen Festungsbrunnen gefördert wird, wobei die restaurierte Wasserfördertechnik aus dem Jahr 1911 zum Einsatz kommt

Schritt 4
Anfang Mai: Aufstellen der Bienenstöcke

Schritt 5
Nachhaltige Nutzung: Die Fläche muss nicht beschattet oder gedüngt werden.

Schritt 6
Festungsbesucher können beobachten, wie die Pflanzen zwischen Juni und Oktober farbenfroh erblühen, ihre Wuchshöhe zwischen 50 und 100 cm erreichen und natürlich dem Summen der Bienen lauschen.

Schritt 7
Nachhaltige Vermehrung: Die Fläche wird nicht gemäht, so dass die Pflanzen im Herbst aussamen können.

Standort

01824 Königstein

Vorher- & Nachher-Bilder

Aktions-Bilder

Heimische Pflanzen

Gartenstrukturen

Aktionsbilder & Infoarbeit

Jubelbilder

Vorher- & Nachher-Bilder

Anzahl der Projektbeteiligten

10

Fläche

60 m²

Informationen zur Gruppe

Das Blühwiesen-Projekt ist ein Gemeinschaftsprojekt von Festungsgärtnern und Mitarbeitern der Öffentlichkeitsarbeit unter dem Motto „Tue Gutes und rede darüber“. Das Festungsteam bemüht sich seit jeher um Nachhaltigkeit. Die exponierte Lage auf einem Tafelberg bringt für die tägliche Arbeit so manche Herausforderung mit sich. Wir tun alles dafür, dabei ressourcenschonend und wirtschaftlich zu agieren.